Berufliche Zukunft als Expat-Begleitperson • Beatrice Rieben

Berufliche Zukunft als Expat-Begleitperson

Hast Du Dir eigentlich schon Gedanken darüber gemacht, wie es nach deiner Zeit im Ausland weiter geht? Darüber, beruflich in Deutschland oder der Schweiz wieder Fuss zu fassen? Oder in Österreich?  Es gibt nicht zwischen allen Ländern bilaterale Abkommen, und wir Begleitpersonen können nicht ohne weiteres überall einer bezahlten Arbeit ausser Hauses nachgehen. Und plötzlich ist der Moment da, an dem wir zurück versetzt werden in unsere Heimat. Und dann auch von einem Tag auf den anderen einen – möglichst attraktiven Job zu tollen Bedingungen – finden sollen. Für diesen Moment sind die wenigsten von uns vorbereitet.  

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Hiezu ein paar Überlegungen, die Du anstellen solltest:

- Will ich im gleichen Beruf bleiben? Bringe ich die nötige Leidenschaft dafür noch auf?
- Wie lange bin ich weg von der Front? Komme ich einfach wieder zurück? Oder bin ich in einem Beruf, der schnelllebig ist, und ist meine Domäne einer sich ständig entwickelnden Technik unterworfen? Bin ich up to date? Verfolge ich aktiv meinen Beruf mit Lesen einschlägiger Literatur, habe ich eventuell fortbildende Kurse besucht?
- Wann will ich zurück? Werde ich überhaupt nach Europa zurückkehren? Oder sieht meine berufliche Situation wieder ähnlich aus wie jetzt an unserem nächsten Einsatzort?
- Will ich/muss ich/darf ich etwas dazu lernen?
- Kommt eine zusätzliche Ausbildung in Frage punkto Zeitaufwand, Budget und Energie-Haushalt?

Falls Du unbedingt zurück in deinen Beruf willst, beglückwünsche ich Dich herzlich zu diesem Entscheid und rate Dir, möglichst sofort mit den Vorbereitungen zu beginnen (es gilt schliesslich auch einen Umzug zu koordinieren…).
Setze alle deine Netzwerke in Gang, und zwar private und berufliche (LinkedIn und Xing), aktualisiere dort deine Profile. Hol Dir wenn nötig professionelle Hilfe, es lohnt sich sicher, dies richtig zu machen. Aktiviere deine beruflichen Kontakte (falls sie eingeschlafen sind) 
Bring deinen Lebenslauf auf Kurs. Hier listest Du alles auf, was Du in den letzten Jahren im Ausland gemacht hast, auch Freiwilligenarbeit, Workshops, Seminare, Fernstudien etc., alles was Dir nützlich scheint. Suche Dir allenfalls einen Coach oder einen Headhunter
Tell a friend: Einem Kollegen weitererzählen, dass Du eine Arbeit suchst, möglichst konkret. Scheue dich nicht, alle früheren und neuen Beziehungen zu nutzen. Menschen helfen von Natur aus gerne!

Möglicherweise hast Du nach all den Jahren keine Lust mehr auf deinen angestammten Beruf oder auch den Anschluss verloren. Vielleicht hast Du sogar im Ausland eine zusätzliche Ausbildung oder Studium absolviert, und hast nun einen neuen Berufswunsch. Dann ist alles super, und es gilt, dieses Ziel nach obigem Muster zu verfolgen.

Falls Du überhaupt keine Ahnung hast, was Du machen könntest: hier ein paar Ideen für mögliche neue Berufswege, die Du gehen kannst. Dies auch für den Fall, dass Du auch künftig nicht ortsgebunden arbeiten möchtest oder kannst:

- Online-Business (Du hast ein grosses Wissen in einer Nische, das Du weitergeben möchtest) - Journalismus und Fotografie, IT
- Massage, Reiki, etc.
- Coaching
- Handwerk weitergeben zB. als Mechanikerin oder Schneider
- Kreatives: Schmuck kreieren, Kleider designen, Ortsspezifisches

Wenn Du Dich selbstständig machen möchtest, dann rate ich Dir, Dir erstmal Literatur zu bestellen auf deinen eReader, allenfalls einen online Kurs zum Thema zu absolvieren. Kläre unbedingt vorher rechtliches ab, bevor Du in Aktion trittst. Wenn Du weisst, was Du machen willst, reserviere eine Domain für deine Website und suche Dir allenfalls Hilfe bei der Umsetzung. Finde passende Kooperationspartner, die dein Netz sofort vergrössern, schliesse Dich in Berufsnetzwerken und (Facebook-)Gruppen mit Gleichgesinnten zusammen. 

Bist Du ratlos über all diesen Fragen? Haben die Jahre ohne bezahlte Beschäftigung seelisch an Dir genagt? An deinem Selbstwertgefühl? Quälen Dich Selbstzweifel im Stil von „ich bin zu alt, etwas Neues zu lernen“, „ich bin zu lange weg vom Fenster“, „das kann ich nicht“? Hast Du ein schlechtes Gewissen, Geld und Zeit für eine neue Ausbildung für Dich zu beanspruchen? Hast Du keine Ahnung, wie Du dich künftig sinnvoll beschäftigen könntest? Aber Du leidest darunter, „nur“ als Begleitperson deines Partners wahrgenommen zu werden, und Du möchtest dies jetzt ändern. Dann komm mit mir ins Gespräch. Denn ich bin diesen Weg selber gegangen und habe viel Erfahrung, sowohl als selber Entsandte wie auch als Begleitperson eines Expats.