Kanada-Ferien, Part IV Ontario

Wir freuen uns darauf, unsere Freunde in Toronto wieder zu sehen und sind nicht unglücklich darüber, wieder in einem normalen Bett zu schlafen und richtig zu duschen. Wir beginnen heute mit einem richtig schweren Morgenessen in Nan's Diner, wie der Name sagt in Grossmutters Küche. Genau so ist auch die Gastgeberin, allerliebst. Dann fahren wir los und fahren leider zuerst im Kreis, weil wir nicht richtig aufgepasst haben. Beim zweiten Anlauf klappts dann, und wir geben den RV fast pünktlich in Bolton ab. Wir sind sehr froh, dass alles gut gegangen ist. Wir haben ursprünglich ein 2500 km-Paket gekauft und bringen den Wagen heute mit gefahrenen 2509 km zurück. Nicht schlecht. Ein Taxi bringt uns zurück an den Scenic Millway Drive, wo Janey uns bereits mit kühlen Drinks erwartet.

Wir fühlen uns wie daheim und geniessen eine richtig lange Dusche. Der Hubby wollte nach dem Gang aufs WC sogar aus Gewohnheit ein Pedal betätigen. Meine Freundin und ich haben heute noch einen wichtigen Termin, nämlich eine Pedicure in ihrem "Haussalon" Aphrodite. Das ist ein herrliches Erlebnis, auf fetten Ledersesseln mit integrierter Massage-Funktion, und "without breaking the bank". Sonst ist für heute genau gar nichts angesagt, ausser chillen, Mails lesen und beantworten. Die Jungs haben sich sowieso bereits ins Basement zurückgezogen, die bekommen wir nur zum Znacht zu Gesicht.    

Auf diesen Ausflug habe ich mich schon ewig gefreut: die Niagara-Fälle. Da unsere Freunde seit der Kindheit nicht mehr dort waren und ihr Sohn noch gar nie, haben sie beschlossen, uns zu begleiten und auch zu fahren. Es steht ein langes Wochenende bevor, deshalb befürchten wir, wieder in den Stau zu geraten und gehen frühzeitig los. Die meisten Kurz-Urlauber sind zum Glück nordwärts oder ostwärts unterwegs und nicht in unserer Richtung. Wir kommen also zügig voran und machen erst kurz vor Niagara einen Kaffeestop in einem Tim Horton's - dem kanadischen Pendant zu Starbucks. Miles Gilbert „Tim“ Horton war ein berühmter Eishockey-Spieler, der die gleichnamige Fastfood-Kette, ursprünglich nur für Kaffee und Donuts, in den 60ern gegründet hatte. Er kam später bei einem Autounfall auf der Strecke zwischen Toronto und Niagara ums Leben.
Der Kaffee bei Tim Hortons ist nicht schlechter als bei seinen Konkurrenten, und vor allem die 50 mundgerechten Timbits, die man sich während dem Auto fahren reinschaufeln kann, sind himmlisch.


In Kürze treffen wir in "The Falls" ein.  In der Stadt selber siehts aus wie in einem Mini-Vegas, es wimmelt von lauten Unterhaltungsmöglichkeiten und ist nebenbei extrem heiss. Wir parkieren den Wagen und gehen zu Fuss bis zu den Fällen. Und ich werde nicht enttäuscht. Der Anblick ist echt atemberaubend und genau so, wie ichs mir vorgestellt habe. Wir machen sehr viele Fotos, auch von der amerikanischen Seite - die weniger spektakulär ist. Die Maid of the Mist lassen wir aus, weil man ewig anstehen müsste dafür und auch nicht vorher online buchen konnte. Aber wir finden, dass auch einmal gut ist, das ganze zu Fuss zu bestaunen und nehmen uns dafür Zeit. Die 3 Buben möchten sich noch die "Ripley's believe it or not"-Show ansehen, und danach wollen wir nach Niagara-on-the lake weiter, um zu essen. Wir fahren dann zurück nach Toronto und verabschieden uns alle früh und gehen zu Bett. War ein langer Tag.

Sehen und gesehen werden in Yorkville
Ausschlafen ist angesagt. Die Buben lassen wir heute daheim und gehen zu viert nach Yorkville. Vorher noch eine kleine Stadtrundfahrt neben den Sehenswürdigkeiten vorbei, am CN Tower, Universitäten-Viertel, Chinatown nach Yorkville. Dies ist auch die Shopping- und Ausgehmeile von Toronto. In einem sehr trendigen Resto nehmen wir Eggs Benedict mit Salat und gegrilltem Gemüse, an einem Tischchen in der ersten Reihe zur Strasse hin. Ich kann nicht aufzählen, wie viele chice Wagen hier vorbei fahren. Den Leuten in Toronto scheints gut zu gehen. Wir lachen und geniessen einen wunderbaren Nachmittag. Nach der Heimfahrt erholen wir uns von den nachmittäglichen Strapazen, bis es schon wieder Zeit fürs Abendessen wird. Und zwar unser letztes in Kanada. Wir gehen zum Familien-Italiener, bei welchem unsere Freunde seit Jahren essen, und es ist genau so, wie es beim Italiener sein sollte: voll besetzt und laut. Zu unserer Runde gesellt sich auch eine der erwachsenen Drillings (!)-Töchter unserer Freunde. Es wird ein feucht-fröhlicher Abend, der daheim noch nicht vorbei ist. Was mit einem harmlosen Vorschlag zum Night-Cap beginnt, dauert bis um 3 Uhr in der Früh und bis die Whisky-Flasche leer ist. 

Zurück in die Schweiz
Morgen ist unser National-Feiertag, und deshalb müssen wir heute zurück fliegen. Damit die Buben noch mal richtig bubelen können. Ein schöner Hangover-Brunch stellt gleichzeitig unsere Henkersmahlzeit in Kanada dar. Der Abschied fällt mir schwer. Wer weiss, wann wir das nächste Mal zusammen kommen. Der Nacht-Flug ist sehr angenehm, aber an Schlaf ist weiss Gott nicht zu denken. Wenn ich mich so umschaue im Flugzeug, sind auch die anderen Passagiere hellwach. Ich gucke 3 Filme und geniesse meinen Extra-Beinraum auf 12A. In Zürich Flughafen angekommen, schaffen wirs sogar auf den nächsten Zug und sind bereits um 10h wieder in Bern. Schön wars!

Beatrice Rieben - Life(Style), Confidence & Expat Coach