Ein zweites Wochenende mit Hindernissen


Das Leben ist kein Biscuit. Eben noch mit Flipflops und bei 30 Grad durch Beirut gehüpft, und jetzt hocke ich im Hoodie neben einem wärmenden Feuer in den Bergen von Chouf, irgendwo in der Pampa. Am Morgen nicht zu spät zogen wir los mit High Taxi Richtung Süden. Vorerst lief alles bestens, bis mir Stella zum ersten Mal zwischen die Beine kotzte. Ob in ihrer Transportkiste, ob ernährt oder nüchtern, es gibt kein Muster für ihre Übelkeit beim Autofahren. Nach der ersten Putzaktion gings weiter. Kurvig den Berg hoch. Es kam, wie es kommen muss:  1 Minute vor dem Ziel putzten wir ein zweites Mal. Mit vereinten Kräften. Zum Glück war Autofahren mit unseren Buben nie eine Sache. Dann kamen wir im Guest House Bouyouti in Beiteddine an, im Boutique Hotel der Hôte LibanaisVereinigung, die ganz viele entzückende Bijoux im Angebot hat. Kleine Arabisch-Lektion am Rande: Beit heisst Haus, beitan sind 2 Häuser, bouyouti = Mehrzahl (ab 3) für Häuser. ) Die Anlage ist sehr schön und gepflegt, unser Steinhäuschen liegt leider etwas im Tobel und relativ im Schatten, was im Hochsommer bestimmt grandios ist. Heute aber, bei wolkenbedecktem Himmel und im Herbst, frieren wir uns eins ab. Wir Bubis. Die Klimaanlage wird zur Heizung umfunktioniert, und schlussemment schlafe ich später doch im Pyjama und nicht, wie angekündigt in Strassenkleidung. Der feine libanesische Wein hat bestimmt auch dabei geholfen, mich aufzuwärmen. Am Morgen sieht die Welt dann bei strahlendem Sonnenschein bereits wieder anders aus. Es wäre ideal, hier ein Auto dabei zu haben, aber unseres wartet leider immer noch auf die Papiere. Ohne fühle ich mich schon etwas „stuck“; das Restaurant ist geschlossen, ebenfalls die Poolbar. Da es hier immer Lösungen gibt, können wir bei einem lokalen Caterer bestellen. Was tipptopp war. Das abgelegene Hotel eignet sich auch sehr für Frischverliebte. Es wird etwas zur Probe, wenn man sich zwei kleine Zimmer zu fünft mit 2 Teenagern und einer Besucherin teilt, und nur ein Bad zur Verfügung hat (s. ABOUT ME).  Zum guten Glück funktioniert Wifi, die Jungs beklagen sich also nicht. Am nächsten Morgen werden wir dann mit einem wunderbaren Frühstücksbuffet verwöhnt, das wir mit anderen Gästen an einem grossen Tisch geniessen. Für mich ist das Highlight eine Art Cake, das aus aufgeschichteten Sandwiches besteht, die mit Gurken, Tomaten, Labneh (libanesischer Quark) und mit Basilikum gefüllt sind. Schmeckt etwa so wie bei den Engländern zum High-Tea, nur besser. Wir gönnen uns noch eine Leserunde beim Pool, bis wir um 12h auschecken müssen. Der selbe Taxifahrer vom Vortag taucht auf, diesmal vorbereitet mit einer Plastikplane, wir lachen herzlich. Aber alles geht diesmal gut. Des Hubby’s Konzept vom Hund auf dem Schoss mitführen und gut zureden geht auf. Hurra.

Beatrice Rieben - Life(Style), Confidence & Expat Coach