ein Wochenende mit Hindernissen

So gut hätte es angefangen, am Samstag. Obwohl ich früh aufstehen musste am Wochenende, bin ich guter Dinge. Die Sonne scheint und wir wollen nach Tyr, wo der Hubby an diesem Tag beruflich zu tun hat. Und weil der Grosspäpu zu Besuch ist, dachten wir, dass es eine gute Idee wäre, grad mitzugehen und bis Sonntag zu verlängern.  Beim ersten Halt am wunderbaren Frühstücksort Al Baba dann der erste Zwischenfall: Stella hat ihre Transportbox zugekotzt. Und als wir sie draussen mit einem Fahrer warten lassen (die Hunde haben drinnen ja nichts zu suchen), macht sie auf sehr verärgerte Bulldogge und bellt sich die Seele aus dem Leib. Einer von uns muss die ganze Zeit bei ihr bleiben. Mein extrem feines Mandel-Croissant kann ich kaum geniessen. Als wir unsere Zimmer im Hotel bezogen haben und ich in  Unterwäsche in der Dusche stehe um die Hunde-Box zu reinigen, läutet das Telefon. Der Hund geht jetzt doch nicht im Hotel, obwohl es ausdrücklich so bestätigt worden war. Wir müssen uns also eine andere Bleibe suchen. Ich klappere dann mit einem Kollegen des Arbeitskollegen des Hubbys (die sind zum Glück hier immer schnell zur Stelle) ein paar andere Hotels ab – der Ort ist ja sehr übersichtlich – und es findet sich ein Hotel, das ausnahmsweise unser Hündchen akzeptiert. Leider ohne Pool. Dafür direkt in der Altstadt und am Meer.  Nachdem wir die letzten drei Stunden mit warten vertan haben, ist jetzt Nichtstun angesagt, und den netten Reiseleiter schicken wir von dannen. Wir nehmen endlich unser erstes Bad im Mittelmeer, nach 6 Wochen in Beirut. Sehr beeindruckt bin ich noch nicht. Das Meer ist hier zwar sauber und sehr warm, aber der Strandabschnitt sehr steinig und klein. Es folgt ein weiteres Intermezzo mit Stella, die mir davon springt, ab ins Restaurant, ich im Badekleid tropfend hinterher. Peinlich. Bevor wir alle hässig sind, begeben wir uns zu Tisch, wo sich nach dem Essen ein weiterer Höhepunkt in die anderen Highlights des Tages einreiht. Der Erstgeborene hat seine Spange, die er seit wenigen Wochen erst hat, in die Serviette gelegt, die dann wohl vom Winde verweht wurde. Und jetzt fehlt. Worauf der Grosspäpu meint: weniger schlimm als ein Beinbruch. Wo er Recht hat, hat er Recht. Wir versuchen, den Tag in Würde zu Ende zu bringen, und ich bin um 9h im Bett. Am Sonntag läufts ein bisschen besser, auf dem Rückweg entdecken wir eine kleine Lounge für den Balkon und schlagen gleich zu. Diesmal machen wir beim Al Baba nicht den Fehler, einkehren zu wollen, sondern entscheiden uns für Take-away Kafi…  erbrechen muss auch niemand. Trotzdem sind wir froh, als wir wieder in Beirut ankommen. Aller Anfang ist schwer, und bis wir einen Ort wie unser geliebtes Ayubowan in Sri Lanka als unseren Rückzugsort gefunden habe, geht halt nicht von heute auf morgen.

Beatrice Rieben - Life(Style), Confidence & Expat Coach